Keine Kürzungen bei der Berufsförderung benachteiligter Jugendlicher!

Das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales plant massive Einschnitte bei den Förderprogrammen für benachteiligte Jugendliche. In einer Pressemitteilung fordert die Freie Wohlfahrtspflege in NRWdazu auf, bei der Berufsförderung benachteiligter junger Menschen nicht zu kürzen.
So soll die Anzahl der Plätze in Produktionsschulen von bislang 2.800 auf zukünftig nur noch etwa 1.600 im Programm „Werkstattjahr neu“ reduziert werden. Einhergehen soll diese Veränderung mit einer Begrenzung der Zugangsmöglichkeiten: konnten bisher junge Menschen bis 25 Jahre gefördert werden, soll dies in Zukunft nur noch für maximal 18-Jährige möglich sein. So sollen 6 Millionen Euro im Jahr gespart werden. Gleichzeitig hat das Ministerium am 31. Januar im NRW-Sozialausschuss bekannt gegeben, dass das Programm „Jugend in Arbeit plus“ Ende 2018 beendet wird. Gerade aber „Jugend in Arbeit plus“ richtet sich an ältere Jugendliche und junge Erwachsene, die sich besonders schwer tun, einen Jobeinstieg zu finden oder in der Berufsausbildung scheitern. Das seit vielen Jahren bewährte Programm bietet den jungen Menschen Beratung und Vermittlung in eine passgenaue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 

Andrea Schaffeld, Sprecherin der LAG JSA NRW: „Die LAG Jugendsozialarbeit NRW unterstützt ausdrücklich die Position der Freien Wohlfahrtspflege. Die Altersbegrenzung im „Werkstattjahr neu“ grenzt benachteiligte junge Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf aus und die Instrumente des SGB II (Aktivierung) geben ihnen keine Perspektive. Eine Platzreduzierung, die nur durch die Altersbegrenzung begründet ist, spart Geld bei den ESF-Mitteln und verursacht langfristig Kosten im SGB II, wenn die Übergänge nicht gelingen.“

  Pressemitteilung Produktionsschule/Werkstattjahr (348,6 KiB, 743 hits)

 

Impressionen „Rausgeflogen und kein Dach über´m Kopf“

Über 100 teilnehmende Fachkräfte aus Jugendsozialarbeit, Streetwork und Notschlafstellen setzten sich heute in Essen mit der Situation junger wohnungsloser Menschen in NRW auseinander. Zwei Drittel der Straßenjugendlichen sind männlich, auch wenn im Alter bis etwa 19 Jahren mehr Mädchen und junge Frauen wohnungslos sind oder auf der Straße leben. Außerdem war in aktuellen Studien kein großer Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Regionen festzustellen, so Prof. Dr. Birgit Reißig vom DJI.

Nach einem Expertengespräch mit Vertreter_innen aus Notschlafstellen in Bochum, Dortmund und Essen vertieften die Teilnehmenden in drei Workshops verschiedene Aspekte der Arbeit mit wohnungslosen jungen Menschen.

Hier die ersten Impressionen der heutigen Tagung. In Kürze werden wir hier die Tagungsdokumentation und weiterführende Links zur Verfügung stellen.

 

Zwischenbilanz JUGEND STÄRKEN im Quartier

Seit 2015 arbeiten mehr als vierzig Kommunen und Landkreise in NRW gemeinsam mit freien Trägern der Jugendsozialarbeit vor Ort an den Zielen des Bundesvorhabens JUGEND STÄRKEN im Quartier. Auch wenn administrativ im Alltagshandeln an vielen Standorten Schwierigkeiten auftraten, ist in der fachlichen Umsetzung und in der Wirkung vor Ort durch die Akteure für und mit den Jugendlichen Vieles erreicht worden.

Die Fortsetzung der Programmlinie ist inzwischen beschlossen – ein guter Zeitpunkt, um eine Zwischenbilanz zu ziehen, gute Praxis aus NRW zu präsentieren und in Workshops Ideen und Vorhaben für die zweite Förderphase zu sammeln, zu diskutieren und uns auszutauschen.

Das Netzwerk NRW-Forum JUGEND STÄRKEN im Quartier lädt daher in Kooperation mit der LAG Jugendsozialarbeit NRW für Mittwoch, 28.02.2018 von 09:30-16:00 Uhr zu einem Fachtag in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen ein.

Alle weiteren Hinweise sowie die Anmeldung stehen unten zum Download zur Verfügung.

  Anmeldung (389,8 KiB, 253 hits)

  Einladung (136,8 KiB, 287 hits)

  Ablaufplan (89,0 KiB, 313 hits)

Fachtag „Situation wohnungsloser junger Menschen in NRW. (R)ausgeflogen und jetzt ohne Dach über’m Kopf!?“ am 06.02.2018 in Essen

Junge Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, sind alles andere als ein seltenes Phänomen. Die Situation dieser jungen Menschen ist oftmals auf den ersten Blick nicht leicht ersichtlich. Sie haben zwar keinen festen Wohnsitz, leben aber auch nicht zwangsläufig auf der Straße, sondern finden irgendwo einen Schlafplatz – zum Beispiel bei Freunden oder Bekannten. Mit einem Fachtag möchten wir nicht nur auf die Situation vieler wohnungsloser junger Menschen in NRW aufmerksam machen. Die LAG Jugendsozialarbeit NRW und die LAG Streetwork NRW laden Sie mit interessanten Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis zu einem lebendigen Fachdialog ein: Worauf es ankommt, um wohnungslose junge Menschen zu erreichen, was es an Rahmenbedingungen braucht, um bedarfsorientiert arbeiten zu können und welche Hindernisse und Stolpersteine gerade an den Schnittstellen der relevanten Rechtskreise warten. Zu diesen und weiteren Schwerpunkten stehen erfahrene Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis Rede und Antwort. Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Programm mit einem Infomarkt, Fachbeiträgen und drei Praxis-Fachforen. Weitere Informationen zu Inhalt und Anmeldeverfahren entnehmen Sie dem Flyer.

180206_Flyer_Fachtag Wohnungslose junge Menschen_LAG JSA

 

 

Dokumentation Fachtagung „Inklusion aus Sicht der Schul- und Jugendsozialarbeit“

Hier finden Sie folgende Unterlagen zur Dokumentation der Fachtagung, die mit ca. 50 Teilnehmenden am 3. Juli 2017 in der Zeche Carl in Essen durchgeführt wurde:

  Präsentation "Mission Inklusion" (338,3 KiB, 141 hits)

  Abschrift Wandzeitung (56,6 KiB, 92 hits)

  Einladung (771,4 KiB, 86 hits)

  Ablauf (41,5 KiB, 198 hits)

 

Jungen Geflüchteten den Zugang zu Bildung ermöglichen!

Appell zum Weltkindertag 2017

Flüchtlingskinder sollen möglichst schnell den Zugang zu Bildungseinrichtungen bekommen. Das fordert die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW anlässlich des Weltkindertags am 20. September 2017. Sie appelliert an die neue nordrhein-westfälische Landesregierung, ihr Koalitionsversprechen einzulösen und alle Kinder in NRW, unabhängig von der Herkunft der Eltern, bestmöglich und individuell zu fördern – so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart ist. Noch immer leben in Nordrhein-Westfalen viele Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Kriegen, Diktaturen, Terror und Verfolgung aus ihren Heimatländern fliehen mussten, in Landesaufnahme-Einrichtungen. Bisher ist dort kein Schulunterricht vorgesehen – obwohl die Chancengleichheit für alle Kinder in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist. Gegen diese bisherige Praxis spricht sich die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW gemeinsam mit anderen Fachorganisationen vehement aus. Eine kontinuierliche Schulbildung sorgt nach Auffassung der Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW dafür, dass Bildungsbiografien geflüchteter Kinder und Jugendlicher nicht unterbrochen werden müssten. Nur so könnten gute Voraussetzungen für erfolgreiche Lebenswege geschaffen werden.

Der Appell zum Weltkindertag steht hier zum Download zur Verfügung.170920_Appell_Aktionsgemeinschaft_2017

Projektförderung 2018

Mit Stichtag 10. Januar 2018 ruft das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW (MKFFI NRW) zur Einreichung von Projektanträgen zur Förderung von Angeboten nach dem KJFP NRW im Haushaltsjahr 2018 auf. Bei dem genannten Stichtag handelt es sich nicht um eine Ausschlussfrist. Später eingehende Anträge werden nachrangig bearbeitet.

Antragsformulare für Einrichtungen im Bereich des LVR finden Sie in Kürze >hier.

Antragsformulare für Einrichtungen im Bereich des LWL finden Sie in Kürze >hier.

Schule für Alle und von Anfang an!

Flüchtlingsrat NRW übergibt Forderungspapier an neue NRW-Landesregierung

In den Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW greift – nach geltender Gesetzeslage – keine Schulpflicht. Ein Anspruch auf regulären Schulbesuch besteht in Nordrhein-Westfalen erst nach Zuweisung zu einer Kommune. Damit bleiben immer mehr Flüchtlinge über einen immer längeren Zeitraum von der Schule ausgeschlossen.  In einem Forderungspapier zur Beschulung von Kindern und Jugendlichen in den Landesaufnahmeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen appellieren der Flüchtlingsrat NRW e.V. und 11 weitere Institutionen an die Landesregierung, u.a. die LAG Jugendsozialarbeit NRW, Beschulung von Anfang an zu gewährleisten.  Die Hauptforderungen sind:

  • Gesetzesanpassung: Schulpflicht ab Aufnahme in der Landesaufnahmeeinrichtung
  • Beschulung zeitnah in regulären Schulen
  • Beschulung durch qualifiziertes Lehrpersonal in den Landesaufnahmeeinrichtungen, während ein Schulplatz an einer regulären Schule gefunden wird
  • zügige kommunale Zuweisung
  • kommunale Zuweisung vorrangig in die Kommunen, in der die Kinder und Jugendlichen noch während der Unterbringungen in den Landesaufnahmeeinrichtungen zur Schule gehen

Die Landesregierung NRW ist gefordert, jetzt zu handeln, um Langzeitfolgen sowohl für die Betroffenen als auch für die Aufnahmegesellschaft zu vermeiden. In der Anlage die Pressemitteilung des Flüchtlingsrates und das Forderungspapier

170829_Forderungspapier zur Beschulung in Landesaufnahmeeinrichtungen

170828_Pressemitteilung_Forderungspapier_-Schule_fuer_Alle_und_von_Anfang_an

Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge fordert Abschiebestopp

Die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW, zu der auch die LAG Jugendsozialarbeit NRW gehört, fordert die neue Landesregierung auf, nicht nach Afghanistan abzuschieben und sich für einen bundesweiten Abschiebestopp nach Afghanistan einzusetzen.

Eine Abschiebung in Sicherheit und Würde sei in Afghanistan derzeit nicht gewährleistet. Die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich – nicht nur durch den Anschlag auf die deutsche Botschaft in Kabul Ende Mai dieses Jahres – sehr verschlechtert. Die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan sei weiterhin sehr hoch. Vor allem beobachtet die Aktionsgemeinschaft mit großer Sorge eine starke Verunsicherung unter jungen Afghanen, die sich hier in Deutschland in Integrationsmaßnahmen befinden und auf ihre Anerkennung warten. Permanente Androhung einer Abschiebung und Unklarheit fördern einen Zustand der Angst und Hoffnungslosigkeit.

Die Stellungnahme steht unten zum Download zur Verfügung.

  Stellungnahme (105,5 KiB, 100 hits)

Info-Veranstaltung zur Beschulung junger Zuwanderer

Rund dreißig Fachkräfte aus den Jugendmigrationsdiensten in NRW kamen heute nach Köln, um sich über die Beschulungsmöglichkeiten junger Zuwanderer im Alter von 16-25 Jahren zu informieren. Ute Wohlgemuth, Referatsleiterin im NRW-Schulministerium, informierte die Teilnehmenden nicht nur über die Umsetzung des Bildungsangebotes „Fit für mehr“, dass im Februar dieses Jahres gestartet ist. Auch weitere Bildungsmöglichkeiten, die jungen Zugewanderten an Berufskollegs und anderen Bildungsinstitutionen wie VHS oder Abendschulen zur Verfügung stehen, wurden thematisiert. Die vielen Nachfragen, Schilderungen von Situationen in der täglichen Praxis und auch kritischen Rückmeldungen machen deutlich, dass es sowohl in der schulischen, aber auch in der beruflichen Ausbildung sowie in der gesellschaftlichen Integration junger Zugewanderter noch großen Handlungsbedarf gibt. „Hier sind weiterhin gemeinsame Anstrengungen von Schul-, Arbeit- und Jugendministerium sowie der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit notwendig.“ so Stefan Ewers, Vorstandsmitglied der LAG JSA NRW.

  Präsentation Info-Veranstaltung (1,1 MiB, 813 hits)