Kind ist Kind!“ – Mehr Partizipation von jungen Flüchtlingen! Appell zum Weltkindertag 2015

Die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge NRW appelliert u.a. an

  • Bund, Länder und Kommunen, die Rechte für Kinder und Jugendliche, die ihnen nach der UN-Kinderrechtskonvention und auf der gesetzlichen Grundlage des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII ) in Deutschland zustehen, unbesehen ihrer Nationalität und Bleiberechtsmöglichkeit, umzusetzen.
  • die Landespolitik, den Schutz vor Gewalt gegen junge Flüchtlinge deutlich zu verstärken.
  • die Landesregierung NRW, sich weiter um die bedingungslose Aufhebung der Residenzpflicht und die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes auf Bundesebene einzusetzen und für eine humanitäre Flüchtlingspolitik angesichts der aktuellen Krisenherde zu streiten.

Den kompletten Appell finden Sie unten zum Download.

Fachtagung „jung, geflüchtet, über 18“

Was brauchen junge Flüchtlinge wirklich? Was sind ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse? Welche Aufgaben haben Kommunen und Kreise bei der Unterbringung und Begleitung junger Flüchtlinge? Welche (gesetzlichen) Rahmenbedingungen gilt es zu beachten? Und: Wie können die Träger und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit ihr Know how in der Begleitung benachteiligter junger Menschen gerade für diese Zielgruppe einbringen?

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW lässt am 22. Oktober 2015 im Rahmen der Fachtagung „jung, geflüchtet, über 18“ die Betroffenen zu Wort kommen: Flüchtlinge mit ihren Bedürfnissen und Wünschen, Kommunen mit ihren Aufgaben und Herausforderungen. Wir richten unseren Blick auf die jugendhilferechtlichen sowie die sozial-, ausländer- und asylrechtlichen Rahmenbedingungen. Die Vorstellung verschiedener Good-Practice-Beispiele beim „Markt der Möglichkeiten“ dient der Information und dem Austausch.

Fachtagung „Der erste Augenblick entscheidet?! Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kompetent aufnehmen und Qualität fördern“

Unter diesem Titel veranstaltet die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege auch in diesem Jahr am Freitag, den 23.10.2015 von 10.00 – 16.00 Uhr in Düsseldorf einen

Kinder und Jugendliche, die aus ihren Herkunftsländern ohne Begleitung nach Deutschland kommen, bedürfen des besonderen staatlichen Schutzes. Sie haben häufig  Schreckliches erlebt, sind oft traumatisiert und stark belastet. Die geplante bundes- und auch landesweite Verteilung der jungen Flüchtlinge bedeutet, dass die Aufnahme und Förderung auch durch die Jugendämter erfolgen wird, die bisher über keine oder kaum Erfahrungen im Umgang mit dieser Zielgruppe verfügen. Die Freie Wohlfahrtspflege befürchtet, dass vor diesem Hintergrund strukturelle Disparitäten, unterschiedliche Standards und Vorgehensweisen auf dem Rücken junger Menschen ausgetragen werden, die fachliches Wissen, Zuverlässigkeit, Förderung, Beteiligung und Schutz brauchen. Der Fachtag hat die Ziele

  • einheitliche fachliche Standards zur Aufnahme, Betreuung und Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu formulieren,
  • die Handreichung zum „Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen“ entsprechend weiter zu entwickeln und
  • gelingende Kooperationen der Akteure aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern zu fördern.

Nähere Informationen und die Hinweise zur Anmeldung entnehmen Sie bitte dem anhängenden Flyer.

Herausforderungen in der Arbeit mit jungen Flüchtlingen

Die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit begleiten und betreuen schon seit Jahren – in den letzten Jahren in steigendem Umfang –junge Flüchtlinge in Angeboten der Jugendsozialarbeit, insbesondere im Jugendwohnen, den Jugendmigrationsdiensten, der Jugendberufshilfe nach § 13 SGBVIII und den schulbezogenen Angeboten.

Die LAG Katholische Jugendsozialarbeit NRW beleuchtet in einem Beitrag von jugendsozialarbeit aktuell die spezifischen Herausforderungen in der Arbeit mit dieser Zielgruppe aus Sicht der Jugendsozialarbeit in NRW: Wie sieht die Zielgruppe der jungen Flüchtlinge aus? Welche Besonderheiten für die Arbeit mit Flüchtlingen in der Jugendsozialarbeit sind zu beachten? Mit welchen Problemen sind Dienste und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit konfrontiert?

Unbeschwerte Ferienerlebnisse für Flüchtlingskinder

Die Aktionsgemeinschaft und die ihr angeschlossenen Landesorganisationen fordern gemeinsam mit Flüchtlingsorganisationen des Landes, die Rechte aus der UN-Kinderrechtskonvention weiter einzulösen. Das entsprechende Impulspapier „Uneingeschränkte Rechte für junge Flüchtlinge“ ist online verfügbar.

Unter den geflüchteten Kindern und Jugendlichen bedarf eine Gruppe des besonderen staatlichen Schutzes. Sie sind unbegleitet und minderjährig und müssen in Obhut genommen werden. Dabei muss der Wunsch der Minderjährigen oberste Maxime der Jugendhilfemaßnahmen bleiben.

Heute bittet die Aktionsgemeinschaft alle Ausländerbehörden in NRW, sich in diesem Jahr offensiv für junge Flüchtlinge einzusetzen und ihre Teilnahme an Ferienfreizeiten im Ausland zu ermöglichen. Ausländerbehörden können auf Antrag im Einzelfall eine, für die Dauer der Reise befristete Aufenthaltserlaubnis erteilen, damit zum Ende der Auslandsfahrt die Wiedereinreise nach Deutschland möglich ist.

Handreichung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in NRW

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW (MFKJKS) hat vor Kurzem eine Handreichung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in NRW veröffentlicht. Die Handreichung stellt unter anderem den Clearingprozess für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dar – vom Erstkontakt bis zu Fragen der Kostenerstattung. Die Handreichung steht auf der Internetseite des MFKJKS zum Download zur Verfügung.

Gleichzeitig wurde eine neue Seite auf dem Internetauftritt des MFKJKS freigeschaltet, unter der die Handreichung sowie einige erste Dokumente der Materialsammlung abgerufen werden können:
 http://www.mfkjks.nrw.de/kinder-und-jugend/jugendliche-in-nrw/unbegleitete-minderjaehrige-fluechtlinge.html

Die Broschüre kann ab sofort auch über den Broschürenservice des MFKJKS bezogen werden.

Das Recht auf Freizeit und Erholung gilt auch für Flüchtlingskinder !

Auch Flüchtlingskinder sollen unbeschwerte Ferienerlebnisse durch die Beteiligung an Ferienfreizeiten genießen!

Spiel, Spaß, Sport, sich erholen, nette Leute kennenlernen, Freundschaften schließen und neue Länder entdecken – für viele Kinder und Jugendliche ist die Teilnahme an Ferienfreizeiten selbst-verständlich Junge. Flüchtlinge können diese Erfahrungen jedoch oft nicht machen.

Die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW bittet daher erneut alle Ausländerbehörden in NRW, sich auch in diesem Jahr offensiv für junge Flüchtlinge einzusetzen und ihre Teilnahme an Ferienfreizeiten auch in andere Bundesländer und ins Ausland zu ermöglichen.

Den Aufruf der Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge NRW finden Sie hier

LAG JSA NRW beteiligt sich an Aufruf gegen Abschiebung

In diesem Jahr sollen die meisten der in Deutschland langzeitgeduldeten Roma in den Kosovo abgeschoben werden. Aktuell steht eine Entscheidung im Landtag Baden-Württemberg an, ob der von der grün-roten Landesregierung verfügte Abschiebestopp aufgehoben werden soll.  Dies hätte eine bundesweite Signalwirkung.
Um die Abschiebung der zum Teil schon hier geborenen Kinder und Jugendlichen zu verhindern, hat das „Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik“ Baden-Württemberg eine Kampagne gestartet, in der sich alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, dagegen wehren und die Landesregierungen (nicht nur in Baden-Württemberg) dazu auffordern, ein dauerhaftes Bleiberecht für die Roma zu schaffen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW gehört mit zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs gegen Abschiebung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://aufruf-gegen-abschiebung.de

Dort können Sie auch online den Aufruf unterzeichnen. Wer als Verband oder Organisation den Aufruf unterstützen möchte, nimmt bitte per Mail Kontakt zu info@aufruf-gegen-abschiebung.de auf.

Kampagne „Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder“ bundesweit gestartet

Am 1. Juni, dem Internationalen Kindertag,  starten über 40 Organisationen gemeinsam die Kampagne „Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!“. Ziel der Kampagne ist es, konkrete Verbesserungen für Flüchtlingskinder in Deutschland zu erreichen. Auch heute werden Flüchtlingskinder in Deutschland im Vergleich zu Kindern mit deutschem Pass weiterhin massiv benachteiligt. Und dass, obwohl die Bundesregierung im Juli 2010 offiziell den seit 18 Jahren bestehenden Vorbehalt zur UN-Kinderrechtskonvention zurückgenommen hat. Benachteiligungen von Flüchtlingskindern geschehen unter anderem in der Gesundheitsversorgung, bei Schul- und Berufsbildung, Arbeitsmöglichkeiten, Bewegungsfreiheit sowie der Möglichkeit, mit ihrer Familie oder Verwandten zusammen zu wohnen.

Alle weiteren Informationen zur Kampagne finden Sie unter: http://www.jetzterstrechte.de